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Be reshit bara Elohim
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Die Trennung von Himmel und Erde
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Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Die Erde war wüst und öde,
und Finsternis lag auf der Urflut,
und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
Die Probleme beginnen schon beim Ausdruck „erschaffen“.Für die christliche Theologie ab dem 3.Jahrhundert bedeutet er soviel wie „etwas aus dem Nichts ins Dasein rufen“ creatio ex nihilo. Der Begriff bricht hier das Gesetz von der Erhaltung der Substanz.Die frühen Theologen unterschieden den „Schöpfer“, der Etwas aus Nichts zu machen weiss, vom blossen „Demiurgen“, der beim Bau der Welt aufs Ausgangsmaterial angewiesen ist, das er dann lediglich wie ein Handwerker zusammenfügt.
Zur Zeit indessen, als die ersten Verse des Buches Genesis geschrieben wurden, etwa ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, war der Gedanke der Erzeugung aus dem Nichts weder dem hebräischen noch dem griechischen geläufig. Und auch noch heutzutage kommt man zu anderen Assoziationen, wenn man dem Sprachgefühl folgt. Im deutschen Wort „Schöpfung“ etwa klingt das Bild einer Tasse oder Kelle an, mit der man aus einem Kessel oder vielleicht auch aus dem Ozean etwas zu Tage befördert, das zuvor schon unter der Oberfläche verborgen bereitlag.
Das hebräische Wort für den Schöpfungsvorgang lautet bara. Dieses aber hat tatsächlich den Nebensinn „teilen“ oder „scheiden“. Es bedeutet zwar auch soviel wie „etwas durch einen Willensakt ins Dasein rufen“; aber eben auf die Weise, dass man es unterscheidbar macht. Auch im Deutschen haben wir die eigentümliche Sprachverwandtschaft zwischen den Vollzügen des Wollens und des Scheidens, erkennbar etwa in der Rede vom „Sich-Entscheiden“, die daran erinnert, dass jeder Willensakt eine Trennung zwischen Alternativen, ein Entweder-Oder, die Überschreitung eines Rubikon bedeutet. Möglicherweise besteht eine ähnliche Verwandtschaft auch im Lateinischen zwischen den Verben creo und cerno (Perfect crevi), zwischen „erschaffen“ und „unterscheiden“ als. Im Hebräischenist es jedenfalls in der Tat so, der erste Vers der Genesis lässt sich auch lesen „Im Anfang macht Gott Himmel und Erde unterscheidbar.“
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