STICHWÖRTER und SCHLÜSSELTEXTE:
GESELLSCHAFT


THEORIE SOZIALER SYSTEME

Paradigmenwechsel II:

Prozessdenken:
Fritjof Capra 
Ursprung von Geist und Bewusstsein
...
ein neuer Geistesbegriff, der die kartesianische Trennung von Geist und Materie zum ersten Mal in der Wissenschaft wirklich überwindet. In den drei Jahrhunderten nach Descartes verstanden Natur- und Geisteswissenschaftler den Geist immer als eine immaterielle Substanz und konnten sich nie vorstellen, wie diese Res Cogitans, dieses «denkende Ding», mit dem Körper verbunden ist. Der entscheidende Fortschritt der systemischen Sicht des Lebens besteht darin, die kartesianische Auffassung von Geist als einer Substanz fallen zu lassen, und zu erkennen, dass Geist und Bewusstsein keine Dinge sondern Prozesse sind.


Emergenz :
Steven Johnson
EMERGENCE
The Connected Lives of Ants,Brains,Cities, and Software

Scribner 2004
the faculty of mind reading - and its close relation, self-awareness - is clearly an emergent property of the brain's neural networks. We don't know precisely how that higher-level behavior comes into being, but we do know that it is conjured up by the local, feedback­heavy interactions of unwining agents, by the complex adaptive system that we call the human mind. No individual neuron is sentient, and yet somehow the union of billions of neurons creates self­awareness. It may turn out that the brain gets to that self-awareness by first predicting the behavior of neurons residing in other brains - the way, for instance, our brains are hardwired to predict the behavior of light particles and sound waves. But whichever one came first - the extroverted chicken or the self-aware egg - those faculties are prime examples of emergence at work. You wouldn't be able to read these words, or speculate about the inner workings of your mind, were it not for the protean force of emergence.

Kybernetik - Systemtheorie
Theorie lebender Systeme - Was sind die Organisationsprinzipien lebender Systeme? - Muster, Struktur und Prozeß -
Der Organisationsprozeß lebender Systeme ist nach dieser Theorie ein geistiger Prozess.


http://www.systemische-beratung.de/systemtheorie.htm
Inhalt: Systeme verschiedener Bereiche - Die Entwicklung der Systemtheorie
Kybernetik der Beziehungen - Systemisches Denken - heute

http://www.neurop.ruhr-uni-bochum.de/~porr/luhmann3/node6.html
Soziale Systeme (Kommunikationssysteme) erfordern einen hohen Abstraktionsgrad seitens des Lesers. Dieser sollte nicht versuchen, sich darunter etwas Verdinglichtes vorzustellen sondern nur etwas rein Analytisches. Das Kommunikationssystem liegt zwischen den Personen und nicht in den Personen

Maturana -
Varela -

Luhmann
Niclas Luhmann
Soziale Systeme
Grundriss einer Allgemeinen Theorie
Suhrkamp 1984


lebende Systeme - psychische Systeme (Bewusstseinssysteme) - soziale Systeme





Differenz - Differenzierung - Beobachter - Selbstorganisation - Autopoiesis -




Differenzierungsformen:

Gesellschaftsdifferenzierung

Unter der primären Differenzierung der Gesellschaft versteht man die Bildung von Teilsystemen und System/Umwelt-Beziehungen [siehe Ausdifferenzierung]. Die Form der primären Differenzierung bildet die Struktur [siehe Struktur] der Gesellschaft. Die Form der Differenzierung bestimmt die Art und Weise, wie im umfassenden System die Beziehungen zwischen den Teilsystemen realisiert werden: Sie betrifft die Differenz zwischen Systemen, die füreinander zur jeweiligen Umwelt gehören.


Differenzierung in gleiche Teilsysteme (Segmentation)

Segmentäre Differenzierung

Die segmentäre Differenzierung ist die Form, die in archaischen Gesellschaften nach einer ersten Phase der Differenzierung nach Geschlecht und Alter erschienen ist. Die Teilsysteme der segmentären Gesellschaft sind gleich hinsichtlich des Differenzierungsprinzips: dieses Prinzip ist die Abstammung (die Teilsysteme sind Stämme oder Clans oder Familien) oder die Residenz(die Teilsysteme sind Häuser oder Dörfer).



Differenzierung Zentrum Peripherie

Auf der Basis von Residenz, also von Territorialität, kann sich die Differenzierung zwischen einen Zentrum und einer Peripherie bilden. Auf der Basis von Abstammung, also von Verwandtschaft, kann sich die hierarchische Differenzierung in Schichten bilden.

Differenzierung in Schichten (Hierarchie)

Stratifizierung

Im Zentrum kann sich auch eine neue Differenzierungsform entwickeln: eine Stratifizierung, die sich auf den Adel stützt (Beispiel ist Europa zwischen dem Spätmittelalter und dem I7. Jahrhundert). Damit entsteht eine Differenzierung der Differenzierungsformen: Im Zentrum kommt es zur Stratifikation und in der Peripherie wird Segmentation reproduziert. Die Stratifikation ist das deutlichste Beispiel des hierarchischen Prinzips, demgemäß die Teilsysteme der Gesellschaft einen ungleichen Rang haben. Die Ungleichheit entsteht mit der Schließung der Oberschicht (die Adligen) durch die Endogamie (das Verbot von Ehen außerhalb der Schicht). Stratifikation bedeutet ungleiche Verteilung der Ressourcen und der Kommunikationsgelegenheiten.



funktionale Differenzierung


Funktionale Differenzierung

Die Differenzierung in autopoietische, an eineFunktion orientierte Teilsysteme erscheint. Sie zerbricht die hierarchische Ordnung der Stratifikation und ist heute für die Weltgesellschaft kennzeichnend. In dieser funktional differenzierten Gesellschaft sind die Teilsysteme unter dem Gesichtspunkt der von jedem einzelnen erfüllten Funktion ungleich. Jedes Teilsystem differenziert sich nach seiner spezifischen Funktion in der Gesellschaft aus: 

Die wichtigsten Teilsysteme sind das politische System, das Wirtschaftssystem, das Wissenschaftssystem, das Erziehungssystem,das Rechtssystem, die Familien, die Religion, das Medizinsystem, das Kunstsystem. Die wichtigste Kommunikation in der Gesellschaft ist nach diesen Funktionen strukturiert. Jede Funktion wird autonom von einem Teilsystem erfüllt. Jedes Teilsystem hypostasiert den Primat der eigenen Funktion. Jedes Teilsystem beobachtet also die Gesellschaft aus der Perspektive der eigenen Funktion. Diese Orientierung wird von einer binären Unterscheidung angeleitet [stehe Code], die keinen Eingriff von außen in der Erfüllung der Funktion toleriert. In jedem Teilsystem bedeutet der Code die Verwerfung der Unterscheidungen der anderen Teilsysteme, aber auch die Akzeptanz ihrer Relevanz in der Gesellschaft. 



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