Laozi 41


http://chinese.dsturgeon.net/text.pl?node=11591&if=en

道德經:

上士聞道,勤而行之;中士聞道,若存若亡;下士聞道,大笑之。不笑不足以為道。故建言有之:明道若昧;進道若退;夷道若類;上德若穀;大白若辱;廣德若不足;建德若偷;質真若渝;大方無隅;大器晚成;大音希聲;大象無形;道隱無名。夫唯道,善貸且成。

Dao De Jing: Sameness and difference
Scholars of the highest class, when they hear about the Dao, earnestly carry it into practice.
Scholars of the middle class, when they have heard about it, seem now to keep it and now to lose it.
Scholars of the lowest class, when they have heard about it, laugh greatly at it.
If it were not (thus) laughed at, it would not be fit to be the Dao.
Therefore the sentence-makers have thus expressed themselves: 'The Dao, when brightest seen, seems light to lack;
Who progress in it makes, seems drawing back;
Its even way is like a rugged track.
Its highest virtue from the vale doth rise;
Its greatest beauty seems to offend the eyes;
And he has most whose lot the least supplies.
Its firmest virtue seems but poor and low;
Its solid truth seems change to undergo;
Its largest square doth yet no corner show
A vessel great, it is the slowest made;
Loud is its sound, but never word it said;
A semblance great, the shadow of a shade.'
The Dao is hidden, and has no name;
but it is the Dao which is skilful at imparting (to all things what they need) and making them complete.

Übersetzung Möller:
Hört der höhere Mensch vom Dao,
kann er, sich mühend, es ausführen.
Hört der durchschnittliche Mensch vom Dao,
wird es zum Teil verwirklicht und zum Teil verdorben.
Hört der niedere Mensch vom Dao,
so lacht er laut darüber. -
Hätte er nicht darüber gelacht, dann hätte es auch als Dao nicht genügt.
Gerade daher ist ein Spruch gefügt, der heißt:
Das helle Dao gleicht der Düsternis.
Das fortschreitende Dao gleicht dem Rückschritt.
Das ebene Dao gleicht dem Holprigen.
Die höhere Kraft gleicht dem Flußtal.
Das reine Weiß gleicht dem Befleckten.
Die volle Kraft gleicht dem Mangel.
Die starke Kraft gleicht der Unbeständigkeit.
Die handfeste Echtheit gleicht dem Wechsel.
Das große Quadrat ist ohne Ecken.
Das große Gefäß wird spät vollendet.
Der große Klang hat stille Töne.
Die große Gestalt ist ohne Form.
Das Dao ist erhaben - und ohne Namen.
Nun, allein das Dao ist gut für den Beginn
und gut für die Vollendung.

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上 士 聞 道
shàng shì wén dâo
勤 而 行 之;
qín ér sín zhi
中 士 聞 道,
zhang shì wén dào
若 存 若 亡;
ruò cún ruò wáng
下 士 聞 道,
xià shì wén dào
大 笑 之。
dà xiào zhi
不 笑 不 足 以 為 道。
bù xiào bù zú yi wei dào
故 建 言 有 之:
gù jiàn yán you zhi
明 道 若 昧;
ming dào ruò mèi
進 道 若 退;
jin dào ruò tui
夷 道 若 類;
yi dào ruò léi
上 德 若 穀;
shang de ruò gu
大 白 若 辱;
da fang ruo yu
廣 德 若 不 足;
guang de ruo bu zu
建 德 若 偷;
jian de ruo tou
質 真 若 渝;
zhi zhen ruo yu
大 方 無 隅;
da fang wu yu
大 器 晚 成;
da qi wan cheng
大 音 希 聲;
da yin xi sheng
大 象 無 形;
da xiang wu xing
道 隱 無 名。
dao yin wu ming
夫 唯 道 善 貸 且 成。
fu wei dao shan dai qie cheng
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道 隱 無 名。

dao yin wu ming
dao hidden no name

Opposites -dichotomies
Weg der Mitte
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Weg

Im Buddhismus versteht man unter dem Mittleren Pfad (skt. madhyamā pratipad, p. majjhimā paṭipadā]) das Prinzip der Vermeidung als extrem aufgefasster, geistiger Positionen.Folgender Vers bringt dies deutlich zum Ausdruck:

Nicht freue ich mich auf das Sterben, nicht freue ich mich auf das Leben.
(nâbhinandāmi maraṇaṃ nâbhinandāmi jīvitaṃ)
Ich erwarte vielmehr das Schicksal, vollbewusst und achtsam.
(kālaṃ ca paṭikaṇkhāmi sampajāno patissato)

Zu Zeiten des historischen Buddha waren die religiösen Schulen von Extremen geprägt; auch der Erwachte selbst war ursprünglich Mitglied einer dieser Schulen, die sich durch extreme Formen von Askese und Weltabgewandtheit hervortaten. Zum Teil gingen diese Praktiken bis an die Grenze der Selbstzerstörung, wovon der Erwachte auch bestürzendes Zeugnis ablegte. Erst als er sich von diesen Praktiken abwandte, fand er fast wie zufällig die Erkenntnis.Bei seiner ersten Lehrrede nach seiner Erleuchtung erläuterte er den Mittleren Weg seinen ehemaligen Asketen-Gefährten:

„Zwei Extreme sind, ihr Mönche, von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei? Bei den Sinnendingen sich dem Anhaften am Sinnenwohl hingeben, dem niederen, gemeinen, gewöhnlichen, unedlen, heillosen; und sich der Selbstqual hingeben, der schmerzlichen, unedlen, heillosen. Diese beiden Extreme vermeidend, ist der Vollendete zum mittleren Vorgehen erwacht, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna führt.“[1]

Somit lautet übersetzt, was sich im Mittleren Pfad widerspiegelt, dass die Erkenntnis weder in exzessiver Weltabgewandtheit, noch in einer den materiellen Dingen verhafteten Lebensweise zu finden sei.

Der Mittlere Weg wird u.a. mit dem Gleichnis einer Saite eines Musikinstrumentes beschrieben. Ist sie zu wenig gespannt entsteht kein schöner Klang. Ist sie zu stark gespannt, kann sie reißen. Nur wenn eine Saite die geeigete Spannung hat (zwischen den Extremen) kann sie einen schönen Klang erzeugen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Madhyamika

Madhyamaka (Sanskrit, m., माघ्यमक, mādhyamaka, »Mittlerer Weg« zwischen Bejahung und Verneinung) ist die Bezeichnung einer Philosophenschule des Mahayana-Buddhismus. Sie ist eine Gründung des indischen Philosophen Nagarjuna, der im 2. Jahrhundert lebte. Im Zentrum der Madhyamaka-Philosophie steht die Lehre von der »Leerheit« (skt. shunyata), d.h. der allen Dingen eigenen Irrealität als einziger Wirklichkeit.

»Nicht aus sich selbst, nicht aus einem anderen, nicht aus beidem, und nicht ohne Ursache sind irgendwelche Dinge irgendwo und irgendwann entstanden«, lehrt Nagarjuna im 1. Kapitel seiner »Grundlegenden Merkverse des Mittleren Weges« (Mulamādhyamakakārikā). Die Welt und ihre Erscheinungen sind nicht, da sie immer nur aus verursachenden und selbst wesenlosen Bedingungen (pratītyasamutpādah) (conditioned coproduction - boe) oder Voraussetzungen hervorgehen und folglich kein eigenständiges Sein in sich tragen. Die Dinge sind ohne Eigennatur (ohne inhärente Existenz) (svabhavata); sie sind letztlich leer (sūnya).

Die Leere (sūnyatā) ist aber kein Nichts, denn ein angenommenes Nichts wäre ja auch ein Etwas und somit als ein Sein zu qualifizieren. Somit gibt es weder Sein noch Nichtsein, sondern nur die allen Phänomenen zugrunde liegende Leerheit. Die Madhyamaka-Schule wurde zusammen mit der anderen großen Philosophenschule des Vijnanavada zur Grundlage des philosophischen Denkens des Mahayana. Ab dem 9. Jahrhundert wurde mit der Übertragung des Mahayana und Vajrayana nach Tibet die Madhyamaka-Lehre philosophische Grundlage des tibetischen Buddhismus. Nach dem Untergang des Buddhismus in Indien (11./12. Jahrhundert) formierte sie sich auch als Denkschule in China (hier Sanlun genannt) und in Japan (hier Sanron genannt). Die Anhänger der Madhyamaka-Schule werden Madhyamikas genannt.

Laozi

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