Am Anfang.......am Ende
Alpha .................Omega


1. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war. (Luther-Übersetzung)

machen - *mag- kneten neolithische Töpferei (kneten Teig-Lehm)
homo faber - Schmid Mensch, Patriarchat - MannGötter Deus faber - MacherGott
vgl. George Spencer Brown Only Two Can Play this Game page 127: As Robert Graves records (p. 256) in The White Goddess, the Genesis story is archetyplly false, having been corrupted by some early enemy of women. That Eve should be produced out of Adam is patently absurd.

Vom Denken der Schriftkulturen: Priesterkaste-Schreiberkaste Pharisäer


2. Am Anfang trennte Gott Himmel und Erde

Norbert Bischof Kraftfeld der Mythen 28: Be reshit bara Elohim

Seite 326: „Im Anfang macht Gott Himmel und Erde unterscheidbar.“

3. Am Anfang war das Unterscheiden/ Vergleichen

Boe: Mythos Geist
Es war einmal - am Anfang - ein Planet und der Planet war wüst und leer. Er war heiss und kein Leben war auf ihm. Nicht gab es Unterscheiden, nicht Vergleichen, nicht Lernen und nicht Handeln. 
Vom ersten Unterscheiden
Vom ersten Vergleichen
Vom ersten Handeln
Und die Menschen dieser Erde schufen sich eine Menschenwelt. Sie unterschieden das Innen vom Aussen und bezeichneten das Ich und das Du. Sie trennten das Gute vom Bösen und besprachen ihr Dasein miteinander. Sie lernten das Glauben, das Wünschen und das Handeln.

Als die Menschen sprechen lernten, wurden ihnen die Augen aufgetan für die anderen. Sie erlebten sich im Spiegel der anderen, sie erkannten sich selber im Spiegel der anderen, sie erkannten sich in der Sprache. Es entstand das “zoon politicon”, der Mensch der Gemeinschaft. Der Ursprung der Sprache liegt im Einfühlungsvermögen. Wer sich in einen anderen hineinversetzen kann, erlebt sich selber als ein eigenständiges “ego”. Primaten entwickelten Selbst-Bewusstsein als sie lernten, sich vom Nächsten zu unterscheiden und mit den Nächsten zu kommunizieren

Fuchs Umschrift
Fuchs Psyche

4. Am Anfang war das Wort

Johannes 1,1: Am Anfang war das Wort (logos, Geist, spiritus)

Vom Reden und Denken: Nietzsche
Wenn Worte einmal da sind, so glauben dem Menschen, es müsse ihnen etwas entsprechen, z. B. Seele, Gott, Schicksal usw.
Wir stellen ein Wort hin, und wo unsere Unwissenheit anhebt, - wo wir nicht mehr weitersehen können z. B. das Wort „ich“; das sind vielleicht Horizontlinien unserer Erkenntnis, aber keine „Wahrheiten“.
Ich - das ist eine Hülfs-Hypothese zum Zweck der Denkbarkeit der Welt- ganz wie Stoffe und Atom.
Was den Aberglauben der Logiker betrifft: so will ich nicht müde werden, eine kleine kurze Thatsache immer wieder zu unterstreichen, welche von diesen Abergläubischen ungern zugestanden wird, - nämlich, dass ein Gedanke kommt, wenn „ er“ will, und nicht wenn „ich“ will, sodass es eine Fälschung des Thatbestandes ist zu sagen: das Subjekt „ich“ ist die Bedingung des Prädikats „denke“. Es denkt: aber dass dies „es“ gerade jenes alte berühmte „ich“ sei, ist, milde geredet, nur eine Annahme, eine Behauptung, vor allem keine unmittelbare Gewissheit. Zuletzt ist schon mit diesem „es denkt“ zu viel gethan: schon dies „es“ enthält eine Auslegung des Vorgangs und gehört nicht zum Vorgange selbst. Man schließt hier nach der grammatischen Gewohnheit „Denken ist eine Thätigkeit, zu jeder Thätigkeit gehört einer, der tätig ist, folglich – „.
Es wird gedacht: folglich gibt es „Denkendes“: darauf läuft die Argumentatio des Cartesius hinaus. Aber das heißt, unseren Glauben an den Substanzbegriff schon als „wahr apriori“ anzusetzen: - das, wenn gedacht wird, es etwas geben muss,“ das denkt“, ist aber einfach eine Formulierung unserer grammatischen Gewöhnung, welche zu einem Thun einen Thäter setzt.
Das „Subjekt“ ist ja nur eine Fiktion; es giebt das Ego gar nicht. (Friedrich Nietzsche)

Das Ego gibt es gar nicht, dass Ich, dass in unseren Kopf herum spukt, ist in Wirklichkeit ein Hirngespinst, ein Un-ding, eine denknotwendige Illusion. (Daniel Dennet)

vgl. Gerald Edelman Second Nature

edelman-2nat60
:If this picture of principles underlying brain-based epistemology is correct, then early formulations of thought are by nature associatively rich but relatively imprecise. How then do we come to form more precise concepts necessary for scientific pursuits? What about logic and mathematics, both of which involve precision that is essential for enlarging our knowledge and understanding?...Any attempt to answer these questions must confront the issue of language. This is certainly the case for traditional epistemology, which deals largely in prepositional or sentential terms. It is also an unavoidable issue in considering the actual development of knowledge and concepts during human history.


5. Am Anfang ist das Dao

Hans-Georg Möller: S. 99 - ...in diesem Zusammenhang kann man auch von einer "Prozessontologie" im Gegensatz zu einer "Substanzontologie" sprechen. Im Rahmen der Prozessontologie "ist" eigentlich oder wesentlich nur der Prozess. Ihnen gegenüber, oder besser, in seinem Verlauf sind alle Phasen nur unbeständiges, vorübergehendes, zeitweiliges Sein. Was hier zählt, ist der Wandlungsprozess selbst, ihm sind alle verschiedenen "Substanzen" einverleibt...Eine Substanzontologie, wie sie etwa im Christentum vorkommt, behauptet demgegenüber, dass im Verlauf einer prozessualen Wandlung - etwas vom Leben zum Tod - eine Substanz, namentlich die "Seele", kontinuierlich erhalten bleibt. Somit sind in der Substanzontologie die Substanzen das Wirklichere, das Eigentliche, das, was erhalten bleibt, während den Phasen nur ein unbeständiges, vorübergehendes und zeitweiliges Sein zukommt. Hier ist der Prozess des Wandels nur ein der kontinuierlichen Substanz anhaftendes sekundäres Merkmal. Im Rahmen der Substanzontologie ist dasselbe Seiende erst lebendig, lang tot und dann im ewigen Leben...Angesichts der prozessontologischen Konzeption von Leben und Tod im Daoismus kann der gläubige Daoist dem Tod gelassen entgegentreten... Indem das Lebende im Tod von etwas Totem ganz und gar abgelöst wird, muss man sich im Leben nicht über den Tod sorgen...Wer sich vor den Verwandlungen fürchtet, der hat den Lauf der Dinge noch nicht verstanden, er hat noch nicht verstanden, dass alle Phasen des Prozesses gleich-gültig sind und keine die "eigentliche" ist. (Zhuangzi 2.12)

6.
Am Anfang ist die Leere

Mumokan
Fuchs Das Eins-Zwei-Eins Problem
http://www.uboeschenstein.ch/texte/buddha/Eins-Zwei-Einsproblem.html


7. Am Ende ist das Schweigen

Wittgenstein 7.0
der Sprung in die Leere (Fuchs)



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