Thomas und Brigitte Görnitz
Der kreative Kosmos

Geist und Materie aus Quanteninformation
Spektrum 2008


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Die Naturwissenschaften suchen das Gesetzmäßige am Gehirn und seiner Arbeitsweise, die Geisteswissenschaften das, was das Individuelle unseres Denkens umfasst. Das Ziel dieses Buches ist es, beides mit Hilfe des Begriffs der Information zu erfassen.

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Wir können also sagen,
dass die kosmische Entwicklung immer reichhaltigere und differenziertere Gestalten hervorbringt. Diese Gestalten verkörpern Information, und die Menge dieser Informationen ständig zu. Das Entstehen von Information scheint somit die Grundlage der kosmischen Evolution zu sein.
Information ist, was verstehbar ist. Daher liegt die Hypothese sehr nahe: „Das, was es gibt, kann im Prinzip verstanden werden“.
Der Beginn der Philosophie kann in der Erleuchtung des Parmenides gesehen werden, dem die Göttin offenbarte, dass das Seiende und das, was man wissen kann nicht verschieden sind.

Entwicklung ist Ausdifferenzierung von Information: Aus unserer Sicht ist die gesamte kosmische Entwicklung als eine Ausformung von immer differenzierterer Information zu verstehen. Diese abstrakte und noch bedeutungsfreie Information, die wir Protyposis nennen, kann sich mehr und mehr an Gestalt und an Bedeutung einprägen.
So zeigt sich eine Entwicklungslinie, die von den ersten Himmelskörpern über die Entstehung der chemischen Elemente, die Entstehung von Planeten, über die Entstehung von Lebensformen auf diesen und die Herausbildung informationsverarbeitender Organe in manchen Lebewesen weiterführt zur Entstehung von reflexionsfähigen Lebewesen, die Sprache, Schrift und Kultur entwickeln.
Auf diesem ganzen Entwicklungsgang wird die Quanteninformation im Universum in eine Gestalt überführt, in der sie sich schließlich selbst verstehen kann.

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Wenn die Evolution des Kosmos verstanden werden kann als eine Vermehrung und Differenzierung von Information, dann kann man davon sprechen, dass dieser Prozess letztlich auf eine Selbstreflexion der Information abzielt. In dieser wird dann Information über Information möglich. Ein Wesen, dass der Selbstreflexion fähig ist, nimmt daher notwendigerweise eine Sonderstellung in der Evolution ein.

Boe: vgl. Spencer Brown LoF, S.105
http://www.uboeschenstein.ch/texte/spencer-brown-LoF90.html
vgl. Sylvia Taraba: Das Radikal Anthropische Prinzip, Taraba S.199


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Das neue Bild der Materie
Die Anerkennung des Geistigen ist möglich geworden durch ein neues Verständnis von Materie, dass mit dem bisherigen, am Atombegriff orientierten, nichts mehr gemein hat.
Das alte Bild der Materie als Ansammlung von kleinen Teilchen wird ersetzt durch ein neues, dass die Information als zentral und fundamental erkennen lässt.
Das neue Bild erlaubt, dass das, was als die innerste Struktur der Welt aufscheint, am zutreffendsten mit einer Vorstellung von etwas Geistigem veranschaulicht werden kann. Normale
Materie erweist sich als kondensierte Quanteninformation, wobei dann von dem Informationsaspekt vordergründig nichts mehr zu bemerken ist. Die Wechselwirkung von reiner Information mit Materie, ihre Abspaltung und Wiederzusammenführung wird zu einem naturwissenschaftlich beschreibbaren Prozess.

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