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Eberhard von Goldammer – Joachim Paul |
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Mit anderen Worten, in der Physik macht es wenig Sinn, von distribuierter Subjektivität oder von Identitätswechseln zu sprechen, denn es muss wohl kaum betont werden, dass hier nicht um stoffliche Distribuiertheit oder von stofflichen Identitätswechseln die Rede ist, schließlich ist ein Elektron ein Elektron ein Elektron. Obwohl also distribuierte Subjektivität der Kommunikation usw. von zentraler Bedeutung sind, lassen sie sich im Sprachrahmen monokontextualer Logikkonzeptionen nicht widerspruchsfrei darstellen. 20 vordergründig betrachtet wurde hier die Keimzelle für die Verbreitung eines neuen Begriffes geschaffen, dessen wissenschaftlicher Gegenstand das Wirkgefüge in biologischen und sozialen Systemen ist. Eine neue Kultur des wissenschaftlichen Denkens und Handelns. Boe: Systeme – Wirkgefüge - Handlungsprozesse Handlungsprozesse erfordern - ebenso wie Erkenntnisprozesse - immer Subjekte, die handeln beziehungsweise erkennen. Schon W.Ross Ashby stellt diesen Umstand in seinem Werk „Design for a Brain“ unmissverständlich klar in dem Satz „This knowledge of personal awareness, therefore, is prior to all other forms of knowledge.” Es wird klar, dass die Kybernetik hier, entgegen den etablierten Naturwissenschaften -, das erkennende und handelnde Subjekt ausdrücklich in den Bereich der Wissenschaft mit einbezieht. Die Kybernetik stellt den einzigen nennenswerten Versuch des 20. Jahrhunderts dar, eine methodische Metawissenschaft zu etablieren, in der die Trennung zwischen den Geisteswissenschaften und den sui generis subjektlosen Naturwissenschaften aufgehoben ist. In Konsequenz dessen greift ihr Anspruch, der auch ein Anspruch des technischen Handelns via Konstruktion ist, schon sehr früh hinter die biologische Fragestellung – „Was sind die biologischen Voraussetzungen des Erkennens?“ - hinein in das Formale: „Was sind die formalen Voraussetzungen für die Beschreibung des Erkennensprozesses?“ 22 Die berühmteste, fraglos akzeptiert der Demonstration dieses Vorurteils ist die jahrtausendealte platonische Begriffspyramide, (genus proximum und differentia specifica) regelt. Mit diesem Denkschema hat man sich in der abendländischen Geistesgeschichte bislang zufriedengegeben. Demgegenüber aber fand der Neurologe McCulloch, dass die Neuronen des Gehirns dieses Vorurteil nicht teilen und zulassen, dass ihre Aktivität unter bestimmten Bedingungen auch zyklischen Gesetzen unterliegt. Daraus resultiert eine logische Struktur, für die McCulloch den Terminus Heterarchie (Nebenordnung) prägte. 24 Polykontexturallogik: Da ist zunächst die These, dass sich lebende Systeme durch ihre kognitiven Fähigkeiten auszeichnen: Diese Aussage wird noch ergänzt durch die Feststellung, lebende Systeme nicht nur autonom, sondern darüber hinaus auch noch organisatorisch geschlossen seien: Closure theory: Every autonomous system is organizationally closed…organizational closure is to describe a system with no input and no output.(Varela) Ein kognitive System ist ein lebendes (oder technisches) System, welches in der Lage ist, zwischen sich und seiner Umgebung (aus eigener Leistung ) eine Unterscheidung treffen zu können . 32 Es ist beinahe schon verräterisch für den Zustand einer Gesellschaft, in welcher der Begriff des Subjekts von Soziologen abgeschafft und durch den Begriff System ersetzt wird, gleichzeitig eine biologische Terminologie kritiklos in die Gesellschaftswissenschaft eingeführt und dabei übersehen wird, dass kognitive Prozesse ohne volitive Prozesse einfach nicht denkbar sind. Beide Prozesse bedingen sich wechselseitig. Eine Theorie des Handelns ist ohne eine Theorie der Subjektivität, eine Theorie des Erkennens oder eine Theorie der Qualitäten nicht denkbar. 42 Die KI-Forschung interessiert sich aber immer noch nicht für diese Problematik. Alle algorithmisch darstellbaren Prozesse (lassen sich) in einem Turingschen Funktionsschema aufschreiben, und das bedeutete nichts anderes als eine sequenzielle Abfolge der einzelnen Schritte dieser Prozesse. Nun ist aber die Struktur aller sequenziellen Prozesse streng hierarchisch, das ist sozusagen die Hierarchie schlechthin. Auf den heutigen Computern sind mithin also nur - und das kann gar nicht genug betont werden - hierarchisch strukturierte Prozesse modellierbar. Damit sind nicht nur die heutigen Computer, sondern es ist vor allem die gesamte Konzeption der TuringMaschine und mit ihr der Begriff des Algorithmus, für eine Modellierung und Simulation kognitiver und volitiver Prozesse prinzipiell nicht geeignet. Die Tatsache, dass kognitive und volitive Prozesse sich wechselseitig bedingen, dass man sie nicht einzeln, nicht separat behandeln kann, dies alles hat sich in der KI-Forschung bis heute noch nicht herumgesprochen. |
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